5 Monate Präzisionsarbeit: 2 Europasaurus-Skelette

Zwei Dinosaurierskelette, fünf Monate Fertigungszeit und zahlreiche Stunden präziser Handarbeit: Für das Haus der Natur in Salzburg haben wir zwei vollständige Skelettrekonstruktionen des Europasaurus gefertigt. Die beiden Modelle zeigen einen ausgewachsenen Dinosaurier und ein Jungtier in unterschiedlichen Körperhaltungen. Nach der erfolgreichen Montage sind sie nun Teil der Sonderausstellung „Europasaurus – Inselwelt der Zwergdinos“.

Das Projekt stellte besondere Anforderungen an unsere Werkstatt. Von detailgetreuen Knochenabgüssen über digitale 3D-Verfahren bis zur statisch sicheren Montage mussten zahlreiche Fertigungsschritte aufeinander abgestimmt werden.

Der Schädel des adulten Europasaurus Tieres.

Europasaurus: Ein kleiner Vertreter der riesigen Sauropoden

Der Europasaurus holgeri lebte vor etwa 154 Millionen Jahren im heutigen Norddeutschland. Seine fossilen Überreste wurden im Langenberg-Steinbruch bei Goslar in Niedersachsen entdeckt.

Obwohl er zur Gruppe der Sauropoden gehörte, zu der auch bekannte Langhalsdinosaurier wie Diplodocus und Brachiosaurus zählen, erreichte Europasaurus nur einen Bruchteil der Körpergröße seiner riesigen Verwandten.

Die vergleichsweise geringe Größe wird mit seiner Entwicklung auf einer Insel in Verbindung gebracht. Wissenschaftliche Untersuchungen der Knochenstruktur zeigen, dass es sich nicht ausschließlich um Jungtiere größerer Dinosaurier handelte, sondern um eine eigenständige, kleinwüchsige Dinosaurierart.

Genau diese Besonderheit steht im Mittelpunkt der Ausstellung im Haus der Natur Salzburg.

Mitarbeiter Brian setzt das Skelett des Jungtiers zusammen, welches aus einer Kombination von Original-Abgüssen der gefundenen Knochen und einem 3D Druck Verfahren entstanden ist.

Zwei Skelettrekonstruktionen: Ülf und Pino

Für die Ausstellung entstanden in unserer Werkstatt zwei vollständige Europasaurus-Skelette, die unterschiedliche Entwicklungsstadien der Dinosaurierart darstellen.

Das ausgewachsene Tier erhielt von unserem Team den Namen Ülf. Daneben entstand mit Pino die Rekonstruktion eines Jungtiers, das in einer dynamischen, aufrechten Körperhaltung präsentiert wird.

Beide Modelle orientieren sich am aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand. Dabei ging es nicht allein um die anatomisch korrekte Darstellung der Knochen. Ebenso wichtig waren die Positionierung der einzelnen Skelettelemente und eine Konstruktion, die langfristig den Anforderungen des Museumsbetriebs gerecht wird.

Gerade die aufrechte Pose des Jungtiers erforderte besondere Sorgfalt bei der Ausrichtung und statischen Sicherung der Knochen.


Vom Originalknochen zur detailgetreuen Skelettrekonstruktion

Die Grundlage für die Rekonstruktionen bildeten unter anderem hochpräzise Abformungen von Originalknochen, insbesondere für das adulte Tier.

Mithilfe spezieller Abform- und Abgusstechniken konnten die anatomischen Strukturen der Fossilien detailgetreu reproduziert werden. Selbst feine Oberflächenmerkmale, Wirbelstrukturen und Rippenformen mussten bei der Herstellung berücksichtigt werden.

Ergänzend kamen digitale 3D-Scans und moderne 3D-Druckverfahren zum Einsatz. Die Kombination unterschiedlicher Fertigungstechniken machte es möglich, die wissenschaftlichen Vorlagen in vollständige, räumlich zusammenhängende Skelettmodelle zu übertragen.

Damit aus den einzelnen Knochenabgüssen ein vollständiges Exponat entsteht, sind zahlreiche weitere Arbeitsschritte notwendig. Jedes Element muss passend ausgerichtet, mit den benachbarten Strukturen verbunden und innerhalb der Gesamtkonstruktion gesichert werden.

Besonders bei komplexen Wirbelsäulen und Rippenstrukturen kommt es auf eine präzise Abstimmung der einzelnen Bauteile an.

In unserer Werkstatt werden die vorbereiteten Formen sorgfältig bearbeitet und für den Abguss vorbereitet.

Dabei kommt es auf Genauigkeit an, damit die einzelnen Knochen später zu einer anatomisch stimmigen Skelettrekonstruktion zusammengefügt werden können.

Für die detailgetreue Reproduktion der Europasaurus-Knochen kommen spezielle Abformtechniken zum Einsatz.

Die Formen bilden selbst feine anatomische Strukturen ab und dienen als Grundlage für die späteren Knochenabgüsse.

Wissenschaftliche Genauigkeit trifft auf statische Anforderungen

So ein Skelett für eine Museumsausstellung muss zwei wesentliche Anforderungen erfüllen: Es soll den aktuellen Kenntnisstand der Paläontologie wiedergeben und gleichzeitig dauerhaft sicher präsentiert werden können.

Diese Anforderungen beeinflussen bereits die Planung der Rekonstruktion. Die Körperhaltung, die Verteilung der einzelnen Skelettelemente und die spätere Montage müssen miteinander vereinbar sein.

Beim aufrecht stehenden Jungtier Pino war diese Abstimmung besonders anspruchsvoll. Die dynamische Pose erforderte eine präzise Konstruktion, damit die gewünschte Darstellung umgesetzt werden konnte, ohne die Stabilität des Exponats zu beeinträchtigen.

Auch beim adulten Europasaurus mussten zahlreiche einzelne Knochenabgüsse zu einer anatomisch stimmigen und tragfähigen Gesamtkonstruktion zusammengefügt werden.

Das Ergebnis entstand durch die Verbindung digitaler Fertigungstechnologien mit klassischem Modellbau und handwerklicher Detailarbeit.

Europasaurus Skelett aufgebaut, von hinten fotografiert.
Das Skelett steht erstmals vollständig in unserer Halle bevor es dann zum Haus der Natur nach Salzburg transportiert wird.

Erfolgreiche Montage am Zielort

Nach rund fünf Monaten intensiver Arbeit in unserer Werkstatt wurden die beiden Skelettrekonstruktionen nach Salzburg transportiert und vor Ort aufgebaut.

Mit der erfolgreichen Montage fanden die Arbeiten ihren Abschluss. Ülf und Pino stehen inzwischen in der Sonderausstellung „Europasaurus – Inselwelt der Zwergdinos“ und veranschaulichen dort die Anatomie und Entwicklung dieser Dinosaurierart.

Die Ausstellung vermittelt Besucherinnen und Besuchern, wie Europasaurus vor Millionen von Jahren lebte und welche wissenschaftlichen Erkenntnisse sich aus seinen fossilen Überresten gewinnen lassen.

Wir bedanken uns beim gesamten Team des Haus der Natur für das Vertrauen in unsere Arbeit und die gute Zusammenarbeit während der Umsetzung und Montage.

Ein Dinobauer Mitarbeiter lackiert das Skelett des Europasaurus Jungtier
Mitarbeiter Joshua lackiert das Skelett des Europasaurus Jungtieres.

Europasaurus im Haus der Natur Salzburg erleben

Wer die beiden Skelettrekonstruktionen aus nächster Nähe betrachten möchte, findet sie in der Sonderausstellung „Europasaurus – Inselwelt der Zwergdinos“ im Haus der Natur in Salzburg.

Neben den Dinosaurierskeletten bietet die Ausstellung weitere Einblicke in die Lebenswelt des Europasaurus, wissenschaftliche Forschung und die Rekonstruktion prähistorischer Tiere.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der offiziellen Webseite des Haus der Natur Salzburg.

Aufgebautes Europasaurus Skelett Jungtier in der Halle.
Auch der kleine Europasaurus wurde für einen Testaufbau in unsere Halle gestellt.

Dinosaurierskelette und Fossilienrepliken für Museen und Ausstellungen

Als Bernd Wolter Design GmbH fertigen wir wissenschaftlich fundierte Dinosauriermodelle, Skelettrekonstruktionen und Fossilienrepliken für Museen, Ausstellungen und weitere Einrichtungen.

Zu unseren Leistungen gehören die digitale 3D-Modellierung, der 3D-Druck, die Herstellung detailgetreuer Abgüsse sowie die handwerkliche Ausarbeitung und Montage der Exponate.

Sie planen eine paläontologische Ausstellung oder benötigen individuelle Skelettrekonstruktionen und Fossilienrepliken für Ihr Museum?

Informieren Sie sich über unsere Leistungen im Figurenbau oder kontaktieren Sie uns direkt für Ihr Projekt.

2 Europasaurus Skelette ferrtig gebaut in der Dinobauer Halle.